Was kann eigentlich Künstliche Intelligenz beim Verfassen von Texten und was nicht – das wollte ich wissen. Und was liegt da näher, als es einfach mal auszuprobieren.
Das wollte ich mit ChatGPT machen, ein – noch – kostenloses Tool des US-amerikanischen Unternehmens Open AI.
Dieses Produkt wurde erst im November 2022 veröffentlicht, ist (noch) kostenlos und arbeitet mit Inhalten, die bis zum Jahr 2021 verfügbar waren.
Und so habe ich ChatGPT „gebeten“, etwas zu einem zentralen Thema des Medientrainings zu schreiben: „Warum sind Botschaften bei einem Auftritt so wichtig?“ Und, das sei an dieser Stelle schon gesagt: Die Nutzung von ChatGPT ist extrem einfach und nutzerfreundlich.
Und das Ergebnis konnte sich sehen und lesen lassen:

Was KI zum Thema „Botschaften“ generiert

„Botschaften sind bei einem Auftritt wichtig, weil sie die Kernaussagen darstellen, die der Redner oder die Rednerin vermitteln möchte. Sie bilden die Grundlage für die Kommunikation und helfen dem Zuhörer, das Gesagte zu verstehen und zu verarbeiten.
Eine klare und prägnante Botschaft wird im Gedächtnis des Zuhörers verankert und bleibt länger haften, als wenn der Auftritt oberflächlich oder unkonzentriert wirkt. Deshalb ist es wichtig, dass die Botschaften bei einem Auftritt gut durchdacht und vorbereitet sind.
Eine Möglichkeit, die Botschaften bei einem Auftritt zu verdeutlichen, ist die Verwendung von Metaphern oder Analogien, die die Aussagen anschaulich und leicht verständlich machen. Auch die Verwendung von Beispielen und Zahlen kann dazu beitragen, die Botschaften zu vermitteln und zu verankern.
Insgesamt ist es wichtig, dass die Botschaften bei einem Auftritt gut aufeinander abgestimmt sind und ein roter Faden erkennbar ist. Durch die gezielte Wahl und Vermittlung von Botschaften kann der Auftritt nachhaltig wirken und dazu beitragen, dass die Zuhörer sich an das Gesagte erinnern und es umsetzen.“

Erstes Fazit des KI-Tools

Ehrlich gesagt: Mir hat es etwas die Schuhe ausgezogen und mich schnell die Frage stellen lassen: warum braucht es mich als Texter und Journalist eigentlich noch? Grammatikalisch gibt es keine Fehler (obwohl es ein Tool eines US-Unternehmens ist), der Text war innerhalb von weniger als einer Minute fertiggestellt, die Dienstleistung hat nichts gekostet. Das könnte eng werden für mich in den nächsten Jahren – das waren zumindest meine erste Reaktionen.

Beim genaueren Hinsehen und mit etwas Abstand ergibt sich ein zumindest differenzierteres Bild. Die Sprache wirkt etwas stumpf, ist teilweise sehr substantivisch und dadurch hölzern. Insgesamt sind die Inhalte eher deskriptiv und definitiv nicht angepasst auf spezielle Zielgruppen oder Zielpersonen.

Zudem zeigt sich – sicher auch dem Umstand geschuldet, dass ChatGPT in der Betaphase ist – dass das Tool nicht schlauer ist als die Informationen oder Fragen, die ihm gestellt werden. Das zeigte etwa eine Recherche von brandeins zur Frage, was Angela Merkel als Mitglied der Grünen erreicht hat. Von ChatGPT gab es da „fundierte“ Informationen über Merkels Erfolge für die Grünen, insbesondere beim Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland.

ChatGPT – ein Produkt von Open AI

Noch einige Informationen zum Hintergrund: Open AI ist ein gemeinnütziges Unternehmen, an dem auch einmal Tesla-Gründer Elon Musk beteiligt war. Vor einigen Jahren hat sich Microsoft an Open AI beteiligt mit rund einer Milliarde US-Dollar – das ist viel Geld, nicht unbedingt für Microsoft. Die Idee von Microsoft: über die Nutzung von Microsoft-Pakten lässt sich ChatGPT weiterentwickeln und kann das Tool „klüger“ werden. Und selbst die Microsoft-Suchmaschine BING, die bislang eher ein Schattendasein führt, könnte davon enorm profitieren. Bei Google jedenfalls soll sehr überrascht davon gewesen sein, was ChatGPT schon alles zu leisten vermag.

Gefahren und Chancen

Die Gefahr bei ChatGPT ist also, wie bei jeder Künstlichen Intelligenz, dass sie so klug oder dumm ist, wie die Informationen, mit denen sie gefüttert wird – jedenfalls so lange wie Künstliche Intelligenz nicht selbst lernen kann.

Die Chance besteht darin, dass sich einfache, beschreibende Texte in gar nicht allzu ferner Zukunft sicher gut an Künstliche Intelligenz delegieren lassen.
Die Grenze allerdings wird Künstliche Intelligenz immer darin haben, dass sie nicht mit „gesundem Menschenverstand“ Informationen einordnet. Und gerade dies wird angesichts des zunehmend größeren Umfangs von verfügbaren, digitalisierten Informationen immer wichtiger.

Insofern: Menschen wird es immer brauchen – trotz und wegen Künstlicher Intelligenz wie ChatGPT. Und welche Botschaft für Sie passend ist, und wie Sie sie am besten transportieren können, dafür braucht es dann immer noch einen Medientrainer. Zum Glück.

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